Bücher
und Zeitschriften sind immer noch das wichtigste Medium zum Archivieren
und Vermitteln wissenschaftlicher Erkenntnisse.
Bücher stellen mehr das "Langzeitgedächtnis" dar, während Zeitschriften
den Austausch über aktuellere Entwicklungen ermöglichen.
Zwei wichtige Aspekte der Wissenschaft sind neben dem Erarbeiten das Vermitteln
und das Anwenden von wissenschaftlichen Erkenntnissen.
Der Wunsch von Schülern und Studenten war immer das "Lernen im Schlaf":
der sprichwörtliche Nürnberger Trichter, warum nicht eine bequeme intravenöse
Wissensaufnahme mit Hilfe eines Infusionsständers während der Nacht? Alle
diesbezüglichen Versprechungen - auch die der modernen Medien - konnten
bisher leider nicht eingelöst werden.
Ein großer Teil des wissenschaftlichen Fortschritts dient dem Menschen durch
eine wirksamere medizinisch-pharmazeutische Versorgung. Wissenschaftliche
Erkenntnis fließt dem Menschen zu in Form von verbesserter Diagnostik, Therapie,
Rehabilitation sowie Prävention und den einzelnen Menschen im Notfall in
Form von intravenösen Infusionen.
Früh hat der Mensch gelernt, seine Jagdbeute aufzuspießen, über dem Feuer
zu garen und so die Nahrung leichter verdaulich zu machen. Hier werden Druckerzeugnisse
aufgespießt und grün gestrichen - ein beschwörender Versuch, wie ein Schamane
den wissenschaftlichen Fortschritt besser verdaubar zu machen, sich nicht
zur Beute bzw. zum Gegenstand des Fortschritts machen zu lassen?
Das gemeinsame Verspeisen von grüner Götterspeise, was wie die Agape eine
metaphysische Verbindung zwischen den Beteiligten herstellen soll, ist eine
klare Anspielung an frühchristliche Riten.
Der Künstler, der auch promovierter Physiker ist, verwendet für diese Vertissage
einen ganz normalen Infusionsständer. Die unteren Lagen von Büchern sind
seine eigenen alten Physik-/ Chemielehrbücher, während weiter oben Bücher
und Zeitschriften aus der Medizin und Medizintechnik zu finden sind. |